Cartagena de Indias - Kolumbiens bekanntester Exportschlager stiehlt so manchem Staatschef beim Amerikagipfel im pittoresken Cartegena de Indias die Show. Die 35-jährige Pop-Sängerin Shakira warb am Freitag wortgewandt für Sozialprojekte und Früherziehungsprogramme für Kinder bis 5 Jahren.
«Das sind die wichtigsten Jahre eines menschliches Wesens», sagte sie vor mehreren Staatschefs und hunderten Topmanagern. «Es geht um die Zukunft der Kinder, und damit auch der Wirtschaft und ihrer Unternehmen. Lassen Sie uns das gemeinsam angehen.»
Shakira («Whenever, wherever», «Hips don't lie») hatte zuvor ein rund 36 Millionen Dollar umfassendes Hilfsprojekt öffentlicher und privater Träger vorgestellt, bei dem kolumbianische Kinder im Alter von 0 bis fünf Jahren in 13 Zentren eine Grundversorgung mit Lebensmitteln und Bildung erhalten sollen. An dem Projekt ist auch Shakiras Stiftung «Pies Descalzos» (Barfuß) beteiligt. In Kolumbien leben mehr als die Hälfte der 4,3 Millionen Kinder unter vier Jahren in extremer Armut.
Shakira wird an diesem Samstag zur Gipfeleröffnung Kolumbiens Nationalhymne singen. Am Sonntag trifft sie US-Präsident Barack Obama.
Timmendorfer Strand - Ein Denkmal für den Panikrocker: Udo Lindenberg (65) höchstpersönlich hat am Freitag unter dem Beifall vieler Fans und Schaulustiger am Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) die tonnenschwere Skulptur enthüllt.
«Leute, ich bin schwerst beeindruckt. Das ist supergeil gemacht», meinte der Sänger gerührt. Das Denkmal steht in den Dünen hinter einem Hotel, in dem der Künstler Mitte der 1980er Jahre seinen Hit «Horizont» geschrieben hat. Das Lied erklang dann auch zur Enthüllung - allerdings aus der Konserve, denn der Hamburger ließ sich nicht zu einem spontanen Ständchen hinreißen. Die Skulptur des Koblenzer Künstlers Dieter Portugall besteht aus zwei Teilen: einem mehr als zwei Meter großen Abbild des Sängers und einer abstrakten Darstellung zum Thema Horizont.
«Wir ehren mit diesem Denkmal einen ganz, ganz Großen, der Timmendorfer Strand seit vielen Jahren die Treue hält», sagte der Tourismuschef des Ortes, Christian Jaletzke. Der Sänger und sein Panikorchester bereiten sich seit Jahren in dem Ostseebad auf ihre Tourneen vor und veranstalten am Ende der Vorbereitungsphase stets eine öffentliche Generalprobe.
Berlin und Techno, das war einst junge Avantgarde. Doch die Szene ist ganz schön in die Jahre gekommen. Deutlich wurde das kürzlich im «Kater Holzig» am Spreeufer.
Keine Party wurde da gefeiert - nein, ein Geschichtsbuch: «Der Klang der Familie. Berlin, Techno und die Wende» heißt der just erschienene 420-Seiten-Wälzer. All die alten Clubmacher und Szene-Helden erzählen darin, wie das damals war um 1990. Als diese neue elektronische Tanzmusik aufkam und Ost und West miteinander vereinte.
Love-Parade-Erfinder Dr. Motte oder Tresor-Gründer Dimitri Hegemann etwa kommen zu Wort, aber auch DJs der ersten Stunde wie Tanith und Wolle XDP. Alles Leute um die 50, teils weit darüber. Die «Berliner Zeitung» sprach gar von «Archäologie»: Ein Vierteljahrhundert ist es nun her, dass in dunklen Kellerlöchern eine Subkultur entstand, die dann die Welt eroberte. Heute kommen die Touristen mit dem Flugzeug, nur um einmal im «Berghain» mitzufeiern, der Kathedrale der Techno-Jünger.